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Eine Woche früh aufstehen – Ein Selbstexperiment

Wecker auf 6 Uhr

Ihr kennt das: Entweder man liebt die Morgenstunden, oder der Wecker ist einem der größte Feind… Diese Unterteilung unserer Art in Frühaufsteher und Spätaufsteher ist tatsächlich auch zu einem Teil genetisch bedingt. Wer länger liegen bleibt, der ist nicht partout faul oder träge. Deine eigene innere Uhr muss nicht unbedingt gleich funktionieren wie die Deines Nebenmanns… und das sage ich nicht, weil ich mich selbst zur Gruppe der Langschläfer zähle und kein schlechtes Gewissen haben möchte.

Alles hat so seine Vor- und Nachteile. Faktisch gesehen hat das Frühaufstehen sogar mehr positive als negative Aspekte – unabhängig vom gesellschaftlichen Ansehen. Mit einer großen Liebe für die eigene Matratze und der Wahl, morgens doch nicht zwingend zur 8 Uhr Vorlesung gehen zu müssen, gebe ich aber zu, dass mein emotionales Ich sich an dieser Stelle über das rationale Ich stellt, welches sich sehr wohl über die vielen Vorteile bewusst ist.

Aufopferungsvoll und im Sinne der Wissenschaft und Erkenntnis starte ich jetzt trotzdem ein kleines Selbstexperiment, welches mir die langen Morgen im Bett versagt: Frühaufsteher für eine Woche. Damit wir uns alle einig sind, wovon ich hier spreche und wie genau die ganze Chose ablaufen wird, erkläre ich zu allererst einmal die Regeln, die ich mir nun selbst auferlegt habe:

  1. Meine Aufstehzeit soll von Samstag bis Samstag täglich 06:00 Uhr sein. (Kleine Info: Lässt man mich ausschlafen, liege ich gerne bis 10 Uhr im Bett.)
  2. Sobald ich wach bin, darf ich nicht weiter im Bett herumliegen. Ich muss tatsächlich aufstehen und mich mit irgendetwas anderem beschäftigen.
  3. Der Fairness halber (damit ich nicht wegen zu wenig Schlaf schlecht gelaunt bin und die Ergebnisse verpfusche), muss ich gegen 23 Uhr schlafen gehen. Somit bleiben mir etwa 7h Schlaf.

Was mich währenddessen genau erwartet und welche Auswirkungen dies auf mich, meinen Körper, meine Laune und vielleicht meinen Tagesablauf hat, weiß ich noch nicht. Werde ich früher müde sein? Wie werde ich gelaunt sein? Werde ich einen Mittagsschlaf brauchen? Wird sich meine Schlafqualität verändern? Du erfährst es gleich.

Das sind meine Erfahrungen

Ich muss eines zugeben: Direkt am ersten Morgen dieser kleinen Aufgabe habe ich es bereits bereut, mich darauf eingelassen zu haben. Seit Jahren habe ich für mich akzeptiert, dass ich einfach kein besonders früher Vogel bin. Dann auch noch an einem Samstag freiwillig früh aufzustehen, macht es gleich doppelt bitter. Damit es nicht ganz so unentspannt ist, habe ich mir also gemütliche Kleidung genehmigt und bin nach einer laaangen Dusche aufs Sofa getapert. Das Semester hat gerade erst wieder angefangen, noch gibt es nicht großartig etwas zu tun. Also warte ich, bis meine Mitbewohner wach werden und betreibe modernes Multitasking – Podcast hören und gleichzeitig nachsehen, was das Internet so zu bieten hat.

Mit den Tagen, die darauf folgten, wurde das alles natürlich etwas leichter. Abgesehen davon hatte ich durchaus wieder etwas zu tun. Auffällig war, dass ich, wenn ich wirklich einen Termin früh am Morgen habe, wesentlich besser und motivierter in den Tag starte. Einzige Ausnahme: 8 Uhr Vorlesungen. Die verstärken eher das Bedürfnis, im Bett liegen bleiben zu wollen. Unabhängig davon scheint es allerdings hilfreich zu sein, wenn man sich Erledigungen und Verabredungen für morgens vornimmt. Mit dem Gefühl, man hat an diesem Tag sowieso nichts zu tun, steigt es sich entsprechend schlechter aus dem Bett. 

Das hat sich an meinem Tagesablauf geändert

Um ehrlich zu sein, kann ich diesen Aspekt nicht besonders ausführlich beantworten. Die meisten von uns haben bereits einen regelmäßigen Tagesablauf, den sie nicht unbedingt nach individuellen Vorstellungen ändern können. Wenn doch, dann nur bis zu einem gewissen Grat. Vor diesem Hintergrund kann ich  nur sagen, dass ich durch mein früheres und gleichmäßiges Aufstehen lediglich morgens an Zeit gewonnen und dafür nachmittags an Hunger verloren habe. Es blieben nun nämlich endlich die zusätzlichen paar Minuten, die ich brauche, um genug Essen für den Tag in der Hochschule vorzubereiten. Meine Laune hat das frühe Aufstehen überraschenderweise gar nicht beeinflusst. 

Müdigkeitsattacken zwischendurch

Eine Sache, die sich unschönerweise nicht geändert hat, sind die Phasen an plötzlicher Müdigkeit, die ich über den Tag hinweg verteilt erlebe. Stehe ich zwischen halb sechs und halb sieben Uhr morgens auf, versetzt sich mein Körper gegen kurz nach neun für etwa dreißig Minuten in eine extreme Trägheit. Mir fallen – sofern ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht bewege oder anderweitig aktiv beschäftige – automatisch die Augen zu. Sitze ich zu dieser Uhrzeit in Vorlesungen, wird das eine qualvolle halbe Stunde lang ein Kampf gegen mich selbst. Auch nach dem Mittagessen erreicht mich wieder eine solche Müdigkeit. Die lässt sich allerdings mit dem Verdauungsschlaf erklären, den unser Körper im Optimalfall bekommen sollte.

So klappt das Schlafengehen

Es stimmt schon: Ist man früher auf den Beinen, dann sehnt sich der Körper auch früher wieder nach dem eigenen Bett. Doch bevor das passiert, starte ich in meine hoch-konzentrierte Phase. Diese beginnt in der Regel gegen späten Nachmittag und geht bis in den Abend hinein. Müde werde ich, seit ich zu regelmäßigen Zeiten aufstehe, auch immer etwa gegen 22 Uhr. Das verkürzt meine Produktivität am Abend etwas, wenn ich nur noch ans Schlafen denke.

An dieser Stelle zieht mir dann der reale Alltag einen Strich durch die Rechnung. Um 22 Uhr die Augen schließen ist momentan einfach nicht drin: Entweder muss noch aufgeräumt, etwas vor- oder nachgearbeitet werden oder die neuen Nachbarn machen sich unter der Woche einen lustigen Abend bei Bier und Bass. In nur wenigen Tagen habe ich so meine Liebe zu Ohropax entdeckt! Auch Schlafmasken machen sich erfahrungsgemäß super, wenn man gerne schlafen gehen würde, aber die äußeren Umstände es noch nicht so richtig zulassen wollen.

Fazit

Allen voran möchte ich noch einmal ausdrücken, dass ich weiß, dass dieses Aufsteh-Verhalten für die meisten Menschen Alltag ist. Mit meinen jungen Jahren musste ich allerdings – guter Wohnungslage sei Dank – noch nicht dauerhaft gegen sechs Uhr oder sogar früher aufstehen, um auf der Arbeit oder in der Uni zu sein. (Und die Zeit, die das noch so bleibt, werde ich genießen!) Für mich war diese Woche also primär ein kleines Experiment, um herauszufinden, ob – und wenn ja, inwiefern – sich mein Alltag und Schlafverhalten ändern, wenn ich an der einen oder anderen Schraube drehe.

Generell kann ich sagen: Aus pragmatischen Gründen macht frühes Aufstehen definitiv Sinn. Es ist nicht so, dass ich mir dessen zuvor nicht bewusst war. Man schafft mehr und fühlt sich dadurch besser. Für mich persönlich habe ich jedoch schon letztes Jahr im Frühling gemerkt, dass ich am besten ausgeschlafen bin, wenn ich ohne Wecker gegen sieben oder halb acht morgens aufwache. Der Aspekt, dass es zu dieser Zeit Frühling war, ist deshalb wichtig, da es eine Menge wetterfühlige Menschen gibt mit Hang zu Winterdepression oder Winterblues. In diesen doch sehr trägen Zeiten kann man dann eher schwieriger herausfinden, wann man eigentlich wirklich fit ist.

Meiner Einschätzung nach ist sechs Uhr einfach nicht meine Zeit. Ich kann nicht beurteilen, wie ungesund es ist, sich auf Dauer entgegengesetzt zu seinem eigenen Biorhythmus zu verhalten. Doch ich denke es macht Sinn, wenn man versucht, herauszufinden, wie man wirklich tickt und welches Verhalten einen inwieweit beeinflusst – beispielsweise durch solche Experimente – um dann am Ende möglichst nah an diesen Optimalzustand heran zu gelangen. Probiere es doch auch mal und gib uns gerne Bescheid, ob Du daraus lernen konntest. Unsere Schlafrituale sind nämlich alle ziemlich verschieden.

 Dein BED&ME Team

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Pia Laukart

Pia Laukart

Junior Content Manager

Hallo alle miteinander, mein Name ist Pia. Ich bin das Gesicht hinter diesem Magazinbeitrag – und hinter vielen anderen. Begeistern kann man mich mit ganz simplen Dingen: Mit einer ordentlichen Mütze Mittagsschlaf, ein paar Sonnenstrahlen auf der Nasenspitze und einer Kuscheleinheit von meiner Fellnase Paul – dem besten Kater der Welt.

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